Neuseeland Reise 2008/09

Am 23.11.2009 startete ich meinen Flug von Muenchen ueber London und Los Angeles nach Rarotonga der Hauptinsel von Cook. Hier hatte ich nur einen Tag Zwischenaufenthalt zum Weiterflug nach Aitutaki. An den Kuesten von Rarotonga wurden, nach unserem letzten Aufenthalt in 1999 / 2000, Hotelueberkapazitaeten aufgebaut. Das machte sich sofort bemerkbar, indem jetzt auch hier Fahrer fuer Schlepperdienste angeheuert werden. Eine Unsitte die ich ueberhaupt nicht mag.
Ansonsten hatte ich eine schoene Bleibe. Das Wasser war kalt und der Wellengang stark, wie auf Rarotonga ueblich. Mit Unterwasseraufnahmen hatte ich kein Glueck, obwohlich einen schoenen Feuerfisch zu sehen bekam.

AITUTAKI

Am naechsten Tag flog ich weiter nach Aitutaki. Hier hatte ich einen gut eingerichteten Bungalow in einer Gruenanlage, mit sehr freundlichen Wirtsleuten. Das war aber auch schon alles. Auf die hoechste Erhebung sind es, von Paradise Cove, gerade mal 20 Minuten. Der ueberwiegende Teil des Aufstiegs ist Asphaltstrasse, das letzte Stueck verlaeuft in einer Traktorspur. Dieser Aufstieg wird auch als Fuehrungstour angeboten. Man kann es kaum glauben wofuer unbeholfene Menschen bereit sind zu zahlen. Die Aussicht vom Gipfel ist selbstverstaendlich gut, aber ausser Wasser und einigen Inseln ist nicht viel zu sehen.
Am naechsten Morgen ging es per Boot zur Insel Akaiami. Diese Insel wird normalerweise an Hochzeitspaare vermietet und ist entsprechend teuer. Ich hatte die ganze Insel fuer mich allein, dazu einen grossen Wohn- und Schlafraum, im Nachbargebaeude eine Selbstversorgerkueche und einen Speiseraum und in wieder einem anderen Haus die Dusche und Toilette. Zusaetzlich war ein Hiwi abgestellt der den Sandstrand permanent von heruntergefallenem Laub saeubern musste. Die Insel ist viel groesser als ich dachte. Aber ich konnte nur einen kleinen Teil davon begehen. Allgemein ist alles undurchdringlicher Dschungel.
Die Lagunenseite, wo auch die Bungalows stehen, hat einen riesigen weissen Sandstrand. Es ist eine Schneise durch die Inselmitte zur Oceanseite geschlagen. Dort ist Vulkangestein und es gibt auch Hartkorallen. Umwandern kann man die Insel nicht, weil die Mangroven teilweise bis weit ins Meer reichen.
Zunaechst habe ich den Sandstrand erkundet. Habe dazu die Schnorchrelbrille aufgesetzt und bin hinausgeschwommen. Aber ich sah immer nur weiss. Solche Straende finde ich langweilig. Danach kam die Oceanseite dran. Dort war sehr starker Wellengang. Ich konnte zwar einiges sehen, mit fotografieren war da nichts los. Zuletzt fand ich an der Stirnseite noch einen etwas guenstigeren Platz. Der Wellengang war aber auch hier hoch, und die Fische klein und nicht exotisch. Habe schon viel besseres fuer weniger Geld gesehen. Wenn ich nicht da gewesen waere, haette ich jedoch immer gedacht ich haette etwas verpasst..
Interessant ist diese Insel nur fuer jemanden der einsame Sandstraende liebt. Akaiami ist fuer mich nicht die erste Insel die ich, damals noch fuer uns allein, gemietet habe. Es gibt besseres.
Am 30.11.2009 flog ich dann ueber Rarotonga, und ueber die Datumsgrenze, nach Auckland.

AUCKLAND / NEUSEELAND

Die Landung war bei Nacht. Mein Quartier hatte ich bereits per Internet reserviert, deshalb ging alles recht glatt. Bus- und Quartierreservierungen fuer die folgenden Tage wollte ich mit Hilfe von Claudia Reiss, die ich von 1999 her kenne, erledigen. Aber die Claudia arbeitet nicht mehr im Visitorcenter. Die Nachfolgerin ist zwar huebsch, aber ziemlich unfaehig. So musste ich das selber erledigen. Golden Age und div. andere Vorteile von 1999 gibt es nicht mehr. Nachdem ich alle Infos hatte, habe ich mich fuer einen Intercity Flexipass entschieden. Damit reist man billig, und kann die folgenden Teilstrecken immer selbst per Internet reservieren. Alternativ ist das auch ueber die Damen der Visitorcenter moeglich.
Die Fahrt nach Turangi ist an einem Tag nicht moeglich, deshalb naechster Haltepunkt Raratonga. Crash Palace habe ich im Backpackersheft ausgesucht. War gut, und die Backpackerscard konnte ich dort auch gleich kaufen. Zwei junge nette deutsche Frauen, die dort zu dieser Zeit 2 Stunden taeglich fuer freies Quartier arbeiteten, waren meine erste Reisebekanntschaft. Wir sind noch immer per E-mail in Kontakt, und eine davon will mich irgendwann auch mal in Muenchen besuchen.
Auf dem Bild das wir da gemacht haben sehe ich ziemlich alt aus. Aber ich will es nicht so machen wie Ronald Reagen im Wahlkampf, der da sinngemaess sagte, er nehme sich immer aeltere Pferde damit er gegenueber denen juenger wirkt. Da nehme ich schon lieber die jungen Maedchen in den Arm statt eines alten Pferdes, auch wenn ich damit etwas alt wirke.

TURANGI und TONGARIRO

Am naechsten Tag per Bus nach Turangi. Im Extreme Backpackers fand ich ein gutes Quartier mit Dusche und Toilette im Nebenraum meines Zweibettzimmers. Schoener Hof mit Wiese und Haengematten, gut eingerichtete Gemeinschaftskueche, grosser Speiseraum und nette Leute etc.

TONGARIRO, Round the Mountains Track

09.12.2009. Im Schuttlebus der zu den Startpunkten bringt waren ausser mir nur Tramper die zum Tongariro Crossing wollten. Die Fahrerin, die wegen einer Person scheinbar wenig Lust verspuerte weitere km zu fahren, erklaeret mir, ich koenne wenn ich wolle auch gleich hier starten. Bevor ich mich recht orientieren konnte war ich ausgestiegen und das Fahrzeug weg. Das stellte sich als Fehler heraus. Mein Startpunkt wurde nun die Mangatepoporoad, statt dem Whakapapa Village. Aus 6 wurden 9 Stunden Anmarsch zur Waihohonu Huette, die ersten 3 Stunden davon ueber einen kaum begangenen schluepfrigen Maoripfad. Ich hatte Schlafsack, Kocher, fuer 7 Tage Verpflegung und schwere Schlechtwetterausruestung dabei, und meinen schweren Anreiserucksack verwendet. Es hat mich geschlaucht, sodass ich weitgehend auf's fotografieren verzichtete.
Der zweite Tag bot eine sehr schoene Landschaft bei totalem Regenwetter. Die schwere Regenbekleidung hat sich gelohnt. Den Foto habe ich dabei in einem, Plasikbeutel im Rucksack belassen. Klatschnass erreichte ich die Rangipo Huette. Zum Glueck trafen nach mir zwei junge Kanadierinnen ein, die sogleich einheizten. Das waren echte Stiere. Ihre Rucksaecke waren wesentlich groesser als der meine, und holzspalten war ihnen auch nicht fremd. Waehrend ich bei solchen Touren immer darauf achte leichtgewichtige Verpflegung zu verwenden, schleppten die Beiden Gurken, Tomaten, Zwiebeln und vieles mehr mit sich herum. Gelaufen sind sie wie junge Rehe. Toll !
Das Wetter war am Folgetag strahlend schoen. Die Kanadierinnen starteten zuerst, danach ein Kanadier der mit einem Australier unterwegs war, ich war wie ueblich der letzte. Diese Strecke geht ueber 6 Stunden sehr oft auf und ab, was schon einige Anstrengung fordert. Als ich die Mangaehuehu Huette erreichte, hatten die Kanadierinnen bereits gegessen und lagen vor der Huette auf der Matte. Die beiden Maenner hatten es sich im Inneren bequem gemacht. Fuer mich begann die Kocherei.
Auch der naechste Tag war wieder sehr schoen und es wurde spaeter auch sehr warm. Diesmal war ich zuerst gestartet, wurde aber von den Anderen bald einge- und ueberholt. Ich liess mir Zeit, fotografierte oft und legte auch mal eine kleine Pause ein.
Die Blyth Huette haben alle ausgelassen und sind in Richtung Mangaturuturu Huette weitergegangen. Spaeter geht der Weg einige Zeit ueber eine Asphaltstrasse, die fuer das Erreichen der Skigebiete am Mt. Ruapehu angelgt wurde. Der Asphalt war in der Mittagshitze aufgeweicht und verklebte die Sohlenprofile. Das Gehen war ermuedend. An einer geschlossenen Skihuette legte ich eine Brotzeitpause ein. Danach fuehrt der Weg noch ein kurzes Stueck ueber die Strasse, und anschliessend links hinab, wo man in der Ferne bereits die Mangaturuturu Huette, das Tagesziel erkennen kann. Ich blickte beim Gehen in die schoene Landschaft. Inge haette gesagt : "Taeumst Du wieder". Ploetzlich ging mein linker Fuss nach unten weg. Ich weiss nicht ob ein Stueck Vulkangestein ausgebrochen war, oder ob ein lockerer Stein sich beim Drauftreten geloest hatte. Es ging alles sehr schnell. Ohne Skistoecke haette ich mich wahrscheinlich gegen den bergseitigen Hang gekippt. So aber folgte die falsche Reaktion. Ich wollte mit dem Skistock abstuetzen, doch da war nichts. Ich verlor die Balance und der Rucksack tat das seine. Ich ueberschlug mich dreimal. Ich war in Turnhose und T-Shirt unterwegs. Auf dem Kopf trug ich gluecklicherweise Inges Kappe.
Das Vulkangestein ist wie ein Reibeisen, sehr scharfkantig. Ich sah lustig aus, etwas zerfrast. Einen Raubritter haetten seine Blechstruempfe geschuetzt. In Blechstruempfen wandern muss allerdings komisch sein, weil das so klirrt.
Ich ueberlegte was zu tun sei. Mein Desinfektionsmittel war fuer die grossflaechigen Wunden zu wenig. Ca. 300 m unter mir sah ich die beiden Maenner. Ich rief. Doch wegen des nahen Wasserfalls hoerten sie mich nicht. Es blieb mir nichts anderes, als mit offenen Wunden und etwas langsamer, zur Huette zu humpeln. Dort angekommen fragte ich die Kameraden gleich nach Tourenapotheken und Desinfektionsmittel. Aber alles zusammen war noch immer viel zu wenig. Der Australier, der ein Handy dabei hatte, schlug vor einen Hubschrauber zu rufen. Das war die richtige Loesung. Er gab meinen Vornamen und mein Alter durch, mehr wurde nicht verlangt.
40 Minuten war die Wartezeit. Waehrend dieser fuetterten mich die beiden Kanadierinnen auf der Bank vor der Huette mit Schokolade. Ich wurde liegend mit EKG anschluss und permanenter Blutdruck- Puls- und Blutsauerstofmessung ins Krankenhaus von Wanganui transportiert. Dort wurde ich ausgeladen und der Pilot verabschiedete sich, ohne nach persoenlichen Daten zu fragen.

Die medizinische Versorgung
Dieser Teil gehoert nicht zur Tour, und ich wuerde ihn nicht beschreiben wenn es nicht so orginell gewesen waere.
Der Chefarzt gab mir die Hand und sagte: "Hi Herry, I am Willem, how are you" und mit Blick auf meine Wunden: "That looks not good". Er holte eine Polynesier und spaeter noch eine Polynesierin die sofort damit begannen die zusammengetrocknete Haut mit Warmwasser und Kompressen geschmeidig zu machen. Spaeter beteilgte sich eine dritte Person, zeitweise Krankenschwester, zeitweise Chefarzt. Mit Pinzette und Schere wurden Gesteinssplitter und div. Fleischfetzen entfernt und die Vulkanasche mit viel Desinfektionsmittel aus den Wunden gespuelt. Nach 3 Stunden war der rechte Unterschenkel fertig.
Der Arzt und ein Polynesier drueckten die verschobenen Muskeln in die richtige Lage, dann haben sie die neu belebte Haut daruebergezogen und die Angelegenheit an 12 Stellen vernaeht. Anschliessend wurde mit Pflaster straff verklebt, bevor an den anderen Stellen weitergearbeitet wurde. Nach 5,5h war alles fertig. Ich bekam zum Abschluss eine Lokalanesthesie in einige Punkte das rechten Unterschenkels. Mir waere es lieber gewesen man haette das zum Anfang der Behandlung getan. Aber es wird schon seinen Sinn gehabt haben.
Erst jetzt fagte mich der Chef ob ich in Neuseeland lebe, oder auf der Durchreise sei. Er fragte mich auch wo ich die Heilung verbringen wolle. Ich sagte :"Ich habe nur 50.-NZD bei mir. Mein Packsack steht in Turangi. Ich muss entweder dorthin, oder der Packsack muss hierher". Es war inzwischen 22:30. Er meinte die Nacht muesste ich im Krankenhaus verbringen, und am Morgen kaeme eine Schwester die mir alles organisiert.
Hat alles gut funktioniert. Ich liess mir die E-Mail Adresse vom Krankenhaus geben, sagte dass ich meine Versicherungsnummer mailen wuerde, und reiste ab. So einfach und unkompliziert laesst sich soetwas abwickeln. Von dem Krankenhaus habe ich nie mehr etwas gehoert. Ich denke bei uns waere das so kaum moeglich. Meist kommt die Identifikation noch bevor man zu einem Arzt Kontakt bekommt. Gelegentlich koennte man auch meinen, die Verwaltungsleute halten sich fuer wichtiger als die Aerzte.

Die Heilungszeit
Am 15.12.2008 hatte ich im Medical Center von Turangi den ersten Verbandswechsel. Vorher durfte ich bereits Duschen. Stand danach immer in einer Blutlache, die aber braun statt rot aussah. Wahrscheinlich Vulkanstaub. Ist gut wenn der Dreck raus kommt. Die hatten im Krankenhaus alles mit sog. 2ter Haut grossflaechig ueberklebt, ohne Rasur. Hatte mich auf einiges gefasst gemacht wenn das abgezogen wird. War aber sehr einfach. Die haben Loesemittel druebergegeben, dann lies sich das abheben wie ein Stueck Papier das man auf einen Tisch gelegt hat. Darunter sah es nicht gut aus. Viel Eiter, vom Vulkanstaub braun gefaerbt. Hat furchtbar gestunken. Wurde alles weggewaschen, totes Gewebe weggeschnitten, und auch Abstriche gemacht die in Glasroehrchen ins Labor gingen. Haben mehrmals gefragt ob ich schon oefter im Gebirge war, und ob mein Herz i.O. ist. War alles sehr genau. Weil das mit der Sprache oft nicht so ganz leicht geht, habe ich denen meine Homepage gegeben. Bekam auch vorsichthalber Tetanus, weil die im Fruehjahr ablaeuft. Als ich ging, sa├čen die Aerzte um den PC und schauten die Homepage an. In Turangi bekam ich ueberall gute Kontakte und wurde regelrecht gehaetschelt. Frueher schaffte Mutter immer die Kontakte. Jetzt tue ich das selber. Es funktionierte. Die Schwestern haben mich alle 2 Tage neu verbunden. Mir wurde gesagt, Minimum 2 Wochen, vorher geht nichts. War mir auch  egal. Dann wird es halt eine Tour weniger dachte ich. Es wurde noch etwas laenger. Duschen durfte ich ab jetzt nicht mehr. Habe es mir gut gehen lassen, bei viel Fisch und Obst. Morgens gab es bei mir Cappucino, abends Rotwein, um Mitternacht 2 Schmerztabletten. Die ersten Tage habe ich laut aerztlicher Empfehlung in der Haengematte verbracht, spaeter wanderte ich oft am Tongariroriver. Weihnachten wurde ich von Sue, der Wirtin, zum Christmasdinner unter Kiwis, wie die Neuseelaender sich nennen, eingeladen. Sylvester verbrachte ich im Kreis vieler Ingenieurinnen. Ausser mir war nur ein Mann, der Gatte einer schwedischen Maschinenbauingenieurin, anwesend. War verwundert wie viele Frauen heute technische Berufe studieren. Meinen 83ten Geburtstag verbrachte ich mit einer Nuernbergerin die z.Zt. in Sydney promoviert. Sie hatte leider wenig Zeit. War nach Queenstown geflogen, hatte von sued noch nord verschiedene NP's besucht und dort immer nach der schwersten und anstrengendsten Tour gefragt. Die Taranakirunde hatte sie gerade hinter sich, die grosse Tongarirorunde vor sich. Ansonten wusste sie gar nicht so recht was sie gegangen war. Sie wolle es ordnen wenn sie mal Zeit haette meinte sie. Toll ! Die Zwangspause wurde nicht langweilig. Hatte viel Unterhaltung mit netten, jungen und mit viel Allgemeinwissen ausgestatteten Frauen. Allgemein machen die heutzutage nach dem Studium 2 Jahre Weltreise um ihr Englisch zu verbessern und nach Karrieremoeglichkeiten Ausschau zu halten. Gefaellt mir.

TURANGI – QUEENSTOWN

Ab 14.01.2009 habe ich die weitere Wundversorgung selber uebernommen. Bin waehrenddessen in kleinen Schritten nach Queenstown gefahren. Da konnte die Heilung nebenher laufen. Zwischendurch wurde ich auch mal wegen Ueberbuchung in eine Art illegales Freudenhaus verschaukelt. War recht laut, aber umgebracht hat es mich nicht.

BEN LOMOND

In Queenstown habe am 20.01.09 den Ben Lomond bestiegen, als Test fuer mein noch schmerzendes linkes Bein. Das sind 1420m Aufstieg. Es ging einigermassen.

CAPLES – GREENSTONE – TRACK

Am 23.01.09 bin ich zum Caples - Greenstone Track aufgebrochen. Da muessen Fluesse durchquert werden und es geht auch durch sumpfige Wiesen, so dass der Schlamm von oben in die Schuhe laeuft. Aber es gibt auch schoene Landschaften und viele Voegel denen die Geduld fuer's Foto fehlt. Anschliessend waren die Schuhe in Aufloesung begriffen. Die 2 letzten Tage ging ich mit einer jungen Stuttgarterin. Sie hat an der Uni Heidelberg studiert, ist vielseitig interessiert und hat ihr Berufsleben so eingerichtet dass sie auch mal zwischendurch fuer laengere Zeit verreisen kann.   (Aehnlich wie ich frueher auch.) Wir haben uns sehr gut verstanden und wollten in Kontakt bleiben. Leider ist der Kontakt durch irgendeine Schlamperei abgebrochen.Der letzte Tag der Tour waere Mutters 78ter Geburtstag gewesen. Schade dass sie das nicht mehr miterleben konnte.

REES & DART TRACK

Am 28.012009 bin ich per Shuttlebus von Queenstown ueber Glenchory zum Muddy Creek gefahren. Habe dort den Rees & Dart Track begonnen. Vorher hatte ich die aufgeloesten Schuhe durch neue ersetzt.  Die Tour war sehr schoen. Am Rees Saddle wo die schoenste Aussicht ist regnete es leider. Der Abstieg auf der Gegenseite war es schluepfrig. Bin auch mal bei der Ueberschreitung eines Baches ins Wasser gerutscht. Meine neuen Schuhe laufen besser als ihre Vorgaenger, sind leichter, haben eine bessere Daempfung und bessere Abrollung. Lag damit immer in der Mitte der angegebenen Zeiten. Also nicht Maximalzeit. Ist schon i.O. Lernte wieder viele nette junge Leute kennen. Anders als in China war ich immer zwischen Europaeern, Kanadiern, US Amerikanern, Australiern etc. Ist auch mal schoen. Zuletzt lief ich mit Miriam, einer Schweizerin aus Zuerich. Das War natuerlich einfach, da konnte ich deutsch sprechen.

QUEENSTOWN – CHRISTCHURCH

Am 02.02.09 ging es dann von Queenstown ueber Dunedin und Oamaru, mit jeweils einer Uebernachtung nach Christchurch. Die Strecken sind so kurz, dass die Zeit ausreichte um in Dunedin die Albatrosse, Robben und Gelbaugenpinguine, in Oamaru Gelbaugen- und Zwergpinguine zu beobachten. Leider besteht fuer die Zwergpinguine Fotografierverbot, weil immer wieder unachtsam geblitzt wurde was deren Augen schadet.
Die Zwergpinguine kommen erst gegen 22:00 aus dem Wasser. Es sind absolute Winzlinge und sehr drollig. Brauchen lange bis sie Ihre Nester erreicht haben. Weiss nicht ob die jemals schlafen. Den ganzen Tag im Wasser auf Nahrungssuche. Spaet am Abend Aufbruch zu den Jungen. 04:00 bereits wieder im Wasser.
Beim Aufstieg zu den Nestern machen sie viele Pausen und spielen gelegentlich miteinander. Dann waren da auch noch 3 extrem kleine Hasen. Die scheuchten gelegentlich alles durcheinander. Als ich ins Bett kam war Mitternacht vorbei.
In Australien haben wir auch Zwergpinguine gesehen. Hatte damals leider noch keine Digitalcamera. Dort war nur Blitzlicht verboten. Aber mit der damaligen Camera sind die Bilder nicht viel wert. Am besten waere eine digitale Filmcamera. Ich werde wohl noch mal nach Australien muessen um bessere Bilder zu bekommen. Hat ja Zeit.
In Christchurch war die Visaverlaengerug das Wichtigste. In Auckland, wo das frueher mal recht einfach war, sind die Immigrationsleute durch den grossen Ansturm von Fremdarbeitern so gestresst, dass man es dort besser gar nicht erst versucht.

Arthurspass NP  und  AVALANCHEPEAK

Am 07.02.09 bin ich per Bahn zum Arthurspass. Habe dort den Avalanche Peak bestiegen. War recht anstrengend, zuletzt auch Kletterei. Es herrschte ein starker Hoehensturm. Die letzten Meter zum Gipfel bin ich auf den Knien gekrochen damit es mich nicht wegweht. Es ist ein ganz flacher Weg von 15 m, aber da ist nichts mehr zum anhalten. Beide Flanken gehen ohne Abstufung in die Tiefe. In einer ganz kurzen Windpause konnte ich dann problemlos aufrecht zurueckgehen.
Eigentlich war de Avalanche erst fuer den Folgetag vorgesehen. Wollte nur mal schauen wie es geht. Dann war ich ploetzlich oben. Am naechsten Tag bin ich kleinere Touren gegangen, weil ich das Bahnticket nach Greymouth erst fuer den 09.02.09 gebucht hatte.

St. ARNAUD, NELSON LAKE NP + TRAVERS – SABINE – MOSS TRACK

Diese Tour war mein Hauptwunsch dieser Reise. In 2000 hatte ich sie im Wettersturz abgebrochen. In St. Arnaud hat sich inzwischen einiges veraendert. Ein Ehepaar aus Kitzbuehl hatte damals gerade ein Cafe eroeffnet. Inzwischen gehoert eine grosse Lodge dazu. Gemanagt wird die Sache von der Tochter. Die Eltern haben sich zur Ruhe gesetzt und waren gerade in Kitzbuehl beim Skifahren.
Das Yellowhouse heisst jetzt Travers Sabine Lodge und hat einen neuen Besitzer. Von Nelson gibt es jetzt einen Shuttleservice, wenn benoetigt mit halt in Kavatiri, das jetzt auch eine neuen Namen hat. Der alte Name ist aber parallel noch immer gebraeuchlich.
Am 13.02.2009 bin ich dann zum Track aufgebraochen. Die erste Strecke am See entlang habe ich diesmal weggelassen, dort sind so viele Wespen. Bin per Boot bis Lakehead gefahren, und an der Lakehead- und der John Trait Huette vorbei zur Upper Travers Huette gegangen. Die ist neu und schoen. Die alte Huette gibt es nicht mehr. Habe diesmal im Aufstieg weniger Voegel gesehen als 2000. Tags vorher hatte es kraeftig geregnet. Vielleicht ist das ein Grund.
Der naechste Tag war wunderschoen, so schoen wie die Strecke ueber den Travers Saddle. Bis Westsabinehut war sie mir schon bekannt aus dem Jahr 2000. Damals bin ich von da zur Sabinehut weiter, wie das allgemein ueblich ist. Zur Bluelakehuette ist der Weg nicht so aufgeraeumt, weil nur selten begangen. Wir waren nur 3 Tramper die ueber den Mosspass wollten. Die beiden Anderen waren Studenten von der Uni Auckland, einer davon ein Deutscher. Er studiert in Auckland Elektronik in Kombination mit Maschinenbau. Das war ueberraschend fuer mich, weil es doch in Neuseeland kaum Industrie gibt.
Am naechsten Morgen war ich wie ueblich der Letzte. Es war wieder ein herrlicher Tag mit schoenen Ausblicken etc. Weit oben wird es felsig, bleibt aber gut begehbar. Habe viel fotografiert. Der obere Teil des 1100 hm Abstieges ist auch sehr schoen. Aber wo der Dschungel beginnt wurde es, zumindest an diesem Tag, fuer mich ungemuetlich. Es geht sehr steil bergab, und die schwache Moosschicht ueber den Felsen war stark aufgeweicht. Meine neuen Schuhe zeigten sich in diesem Gelaende als nicht sehr praktisch. Nicht nur die Spitzen, auch die Absaetze sind stark gerundet. Das fuehrte dazu, dass ich manchmal ziemlich hilflos hinabschlitterte. Ab und zu konnte ich mich an Wurzeln halten, oder auch mal an einem in der Route befestigten Seil mit Knoten. Bei den Rutschpartien haben sich mehrmals Astspitzen etc. in meine Beine gerammt, und manchmal riss die Haut auf, sodass ein dreieckiger an der Innenseite noch mit Fleisch besetzter Fetzen herunterhing.
Habe das bis zur Ellahuette unversorgt gelassen. Dort habe ich mir dann Zeit genommen alles zu saeubern, zu desinfizieren und mit Pflastern feszukleben. Das habe ich in Wanganui gelernt. In frueheren Zeiten hatte ich alles abgeschnitten. Bin dann auf der Huette geblieben. Die beiden Kameraden waren bereits weitergegangen zur Morganhuette, wo ich urspruenglich auch hin wollte.
Habe dafuer am naechsten Tag einen ziemlichen Gewaltmarsch gemacht, an der Morgan- und an der Urevillehuette vorbei bis zur Sabine Huette. War ordentlich muede als ich da ankam.
Da ich den Direktanstieg zur Angelushuette bereits von 2000 kannte, habe ich fuer den Weiterweg den Umweg ueber die Spargrashuette gewaehlt. Am Morgen regnete es. Da ich noch recht muede war bin ich bis gegen 10:00 liegen geblieben. Danach wurde es wieder recht schoen. Bin dann nur bis Spargrashuette gegangen, und am Folgetag zur Angelus.
Auf der Angelushuette traf ich eine Gruppe Amerikaner. Eine gefuehrte Zweitagestour. Es waren alles sehr nette Leute. Bin trotzdem nicht begeistert. Bisher waren in Neuseeland nur ganz wenige Touren zur wirtschaftlichen Nutzung freigegben. Hoffentlich wird das nicht aufgeweicht. Wirtschaftliche Nutzung reduziert das Risoko und macht das Abenteuer kaputt.
Am 7ten Tag fuehrte der Weg nur noch ueber den Mt. Roberts, der im Gratverlauf kaum erkennbar ist, zum Parkplatz. Das Wetter war wieder wundervoll. Eine Deutsche, die zeitweilig in Australien arbeitet, und die ich bereits auf der Angelushuette getroffen hatte, die aber einen anderen Abstieg gewaehlt hatte, nahm mich in ihrem PKW mit nach St. Arnaud. Der Wirt der Travers Sabine Lodge war so begeistert ueber meinen Erfolg, dass er mir das Geld fuer die bereits bezahlte Uebernachtung zurueckgab.

TARANAKI

Bin dann ueber Nelson und Wellington nach Stratford gefahren. Im Almondhouse in Nelson hatte ich diesmal ein sehr schoenes Quartier, und in Stratford ein sehr billiges das auch nicht schlecht war. Letzteres lag daran dass ich meinen Schlafsack benuetzte und auf Bettwaesche verzichtete.
Zunaechst war kraeftiger Regen. Am 25.02.2009 klarte es auf und ich liess mich vom Wirt zum Stratfordplateau fahren. Von dort lief ich zur Lake Dive Huette. Es ist ein bequemer Weg, Nur nass war alles. In der Nacht schuettete es noch mal. Am naechsten Morgen war es schoen, aber alles Gruenzeug nass. Der Weg ist halb zugewachsen. Dadurch streifte ich das Wasser von den Pflanzen ab, und war bald ebenso nass.
Viele umgestuerzte Baeume sperrten den Weg. Es hatte Erdstoesse und Erdrutsche gegeben. Einige Teilstrecken waren gesperrt, und die Umleitungen nur am Anfang markiert. Man hatte mir abgeraten und andere Touren in dieser Gegend empfohlen. Aber ich wollte noch eine stramme Tour machen. Da war das gerade recht. Kurz vor Waiaua Gorge Hut fehlte eine Haengebruecke die in der Karte eingetragen war.
Irgendwann hatte ich die Huette erreicht. Ich habe auf der gesamten Tour niemanden getroffen. Doch als ich nachts zur Toilette musste sah ich die leuchtenden Augen eines Possum. Ich ging zurueck und holte die Camera. Das Tier hatte Geduld, es wartete. Habe fotografiert ohne meine Stirnlampe zu benutzen, vielmals. Habe nur einen Treffer erzielt.
Der ganze innere Teil der Route war gesperrt, sodass ich durchwegs im Dschungel verbleiben musste. Trotzdem ging das naechste Stueck bis zum Stony River recht gut. Leider habe ich dann einen ordentlichen Verhauer reingebracht, der mich 2 Stunden kostete. Ich kam in Zeitschwierigkeiten und befasste mich schon mit Biwakgedanken. Ein Glueck dass ich das nicht realisiert habe. Als ich die Holly Huette erreicht hatte folgte ein Dauerregen von 30 Stunden.
Habe einen vollen Tag auf der Huette gewartet. Ich hatte Angst. Einen Tag konnte ich, bei Verzicht auf den Gipfel, auf der Huette verbleiben, ohne dass eine Suchaktion begonnen haette. In Neuseeland sind keine Hotelueberkapazitaeten wie in Asien, deshalb reserviert man. Wenn man nicht zurueck kommt beginnt die Suche. Ich gehe noch immer ohne Handy. Hier auf der Holly Huette ging es mir durch den Kopf, wie angenehm es waere, wenn ich signalisieren koennte :"Ich komme 1 Tag spaeter, aber mir geht es gut. Bin in der Huette". Dann haette ich Zeit gehabt zu warten bis die Welt wieder i.O. ist.
Gluecklicherweise hoerte der Regen am 01.03.09 gegen 04:00 auf. 08:00 bin ich losgelaufen. Fuer mich ungewoehnlich frueh. Wollte genuegend Zeit haben. Musste einige Wasserlaeufe passieren, die entsprechend der an der Huettenwand angebrachten Karte keine Bruecken haetten. 2 Geroellrinnen vor denen gewarnt wurden waren auch zu queren. Alle diese Sachen koennen nach so einem Regen recht gefaehrlich sein.
Ich hatte Glueck. Die Wasserlaeufe haben Bruecken. Die Geroellrinnen sind fuer einen erfahrenen Alpinisten kein Problem. Der Weg ist da oben in der alpinen Vegetationszone nicht zugewachsen, und der Untergrund ist steinig nicht schlammig. Ich kam gut voran. Das Transportproblem am Ende des Weges loeste sich von selbst. Da waren Esten die mich in ihrem Leihwagen nach Stratford mitnahmen. Am Ende drueckten sie mir noch eine Flasche Bier in die Hand. Muss etwas abgewirtschaftet ausgesehen haben.

MATMATEONGA TRACK

Am 03.03.09 habe ich mich von einem Shuttle zum Kohi Saddle bringen lassen. Das Wetter war schoen und der Weg gut und einfach. An der Omara Huette bin ich gleich vorbeigegangen bis zur Pouri Huette. Ich war wieder ganz alleine unterwegs, und auch auf der Huette. Es ging gemuetlich zu.
Am naechsten Morgen dann weiter zur Poketatara Huette. Etwas laenger, 8 Stunden. Nun war ich allerdings 1 Tag zu frueh dran. Hatte das Boot fuer den 06.03.09 – 09:00 bestellt. Musste einen Tag verwarten. Sass in einer schoenen sonnigen Landschaft, war schon gut so.
Leider fing es in der Nacht zum 06.06.09 an zu regnen, und der Hang zum Fluss hinab ist steil. Am Morgen regnete es zwar nicht mehr, aber der steile Weg war doch einigermassen schluepfrig. Weiter unten lagen so viele Baumstaemme ueber dem Weg, dass ich nicht mehr wusste wo es eigentlich langgeht. Unten war der Wanganuiriver zu sehen. So habe ich mich zuletzt einfach an Farnbuescheln gerade den Hang hinuntergelassen. Ich sah wieder mal lustig aus. Die Anlegestelle habe ich genau 09:00 gefunden
Ich war der einzige Fahrgast, und das ebenso im Jeep der mich von Pipirki nach Wanganui brachte. Der Fahrer meinte, ich waere nicht sein erster Fahrgast der so schlammverschmiert ankam. Auch ein Trost.
Hatte noch zwei Tage in Stratford. Das haette fuer den Taranakigipfel gereicht, aber der kam nicht mehr aus dem Nebel. Damit war alles vorbei. Bus nach Wellington. Flug nach Auckland. Dort kurzer Aufenthalt und dann Flug via Los Angeles und London nach Muenchen. Es war eine schoene Reise. Aber ich denke in 5 bis 6 Jahren muss ich noch mal kommen, es sind einige Touren offen.

Harry Rost, geschrieben 2009

Neuseeland   Kurzbericht - Reiseroute

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updated  02.05.14

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